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Christian Morgenstern (1871 - 1826) Gedichte zum Geburtstag

  • Der Galgenbruder

Die Monduhr wies auf halber Ilf,
Da rief ich laut: Gott hilf, Gott hilf!
Wie singt im nahen Röhricht
Die Unke gar so töricht!

Uu, uu, uu, uu, uu,
So geht es immer und immerzu.
Ich kann solches Grübeln
Der Kröte nur verübeln.

So schweig doch still, verruchtes Maul!
Sonst fress Dich gleich der Silbergaul!
Er frisst Dich auf wie Hafer,
Drum werde stiller, braver.

Die Monduhr wies dreiviertel Ilf,
verweht war mein: - Gott hilf, Gott hilf!
Im nahen Röhricht aber
erschien der Silbertraber.

  • Nacht am Flusse

Eine Sternennacht und lauschen,
Wie der Kahn an seiner Kette zieht
Und die Welle flüstert und entflieht
Und die Wipfel leis daniederrauschen.

Es seufzt und rüttelt ohne Ruh,
Freiheit wider Knechtschaft einzutauschen.
Armes Herz, so zerrst und stöhnst auch Du.
Eine Nacht so seinem Schicksal lauschen.

  • Die Mitternachtsmaus

Wenns mitternächtigt und nicht Mond
Noch Stern das Himmelshaus bewohnt,
Läuft zwölfmal durch das Himmelshaus
Die Mitternachtsmaus.

Sie pfeift auf ihrem kleinen Maul,
Im Trume brüllt der Höllengaul,
Doch ruhig läuft sie ihr Pensum aus,
Die Mitternachtsmaus.

Ihr Herr, der große weiße Geist,
ist nämlich solche Nacht verreist.
Wohl ihm! Es hütet ihm sein Haus
die Mitternachtsmaus.

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