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Friedrich von Schiller (1759 - 1805) Gedichte zum Geburtstag

Dieses Gedicht schrieb Friedrich von Schiller im Alter von 10 Jahren an seine Eltern

  • Eltern, die ich zärtlich ehre,

mein Herz ist heut voll Dankbarkeit.
Der treue Gott dies Jahr vermehre,
was Euch erquickt zu jedr Zeit!
Der Herrn, die Quelle aller Freude,
verbleibe Euer Trost und Teil;
sein Wort sei Eures Herzens Weide
und Jesus das erwünschte Heil.

Ich danke für alle Liebesproben,
für alle Sorgfalt und Geduld,
mein Herz soll alle Güte loben
und trösten sich stets Eurer Huld.
Gehorsam, Fleiß und zarte Liebe
verspreche ich auch dieses Jahr.
Der Herr schenk mir nur gute Triebe
und mache all mein Wünschen wahr.
Amen.

  • Dieses Gedicht schrieb Fiedrich von Schiller
    zum Vortragen für seine kleinen Sohn Karl

Mach auf, Frau Griesbach! Ich bin da
und klopf an Deine Türe.
Mich schickt Papa und die Mama,
dass ich Dir gratuliere.

Ich bringe nichts als ein Gedicht
zu Deines Tages Feier;
denn alles, wie die Mutter spricht,
ist so entsetzlich teuer.

Sag selbst, was ich Dir wünschen soll,
ich weiß nichts zu erdenken.
Du hast ja Küche und Keller voll,
nichts fehlt in Deinen Schränken.

Es wachsen fast Dir auf den Tisch
der Spargel und die Schoten.
Die Stachelbeeren blühen frisch
und so die Reineclauden.

Bei Stachelbeeren fällt mir ein,
die schmecken gar zu süße,
und wenn sie werden zeitig sein,
so sorge, dass ich's wisse.

Viel fette Schweine mästest Du
und gibst den Hühnern Futter.
Die Kuh im Stalle ruft muh, muh
und gibt Dir Milch und Butter.

Es haben alle Dich so gern,
die Alten und die Jungen,
und Deinen lieben, braven Herrn
ist alles wohl gelungen.

Du bist wohlauf. Gott Lob und Dank!
Mußt's auch fein immer bleiben.
Und höre, werde ja nicht krank,
dass sie Dir nichts verschreiben.

Nun lebe wohl! Ich sag ade.
Gelt, ich war heut bescheiden!
Doch könntest Du mir, eh ich geh,
'ne Butterbemme schneiden.

  • Zum Geburtstag eines Italien-Verehrers

Michel-Enthusiast
Es reist so mancher Philister
ins Land Italia,
auf, dass er nachher sich rühme:
Auf Ehr', auch ich war da!

Zwar hat er des Ärgers nicht wenig
und manchen großen Verdruß,
und teuer muß er erkaufen
den hochgepriesnen Genuß.

Doch nur ein deutscher Philister,
der achtet nicht Hitz' und Durst,
nicht Mauth und Paßbeschwernis,
es ist ihm alles Wurst.

Trotz glühendem Scirocco,
trotz drückendem Sonnenschein,
spaziert er zu allen Ruinen,
zu alllen Villen hinein.

Er geht in alle Kirchen,
in alle Gallerien,
und läßt sich vom Servidore
wie ein Bär am Seile ziehen.

Noch spät am Abend besteigt er
ganz müde die steilsten Höhn
und spricht vom Schweiße triefend:
Italien ist doch schön.

  • Rastlos vorwärts mußt Du streben,

nie ermüdet stille stehn,
willst Du die Vollendung sehn;
mußt ins Breite Dich entfalten,
soll sich Deine Welt gestalten;
in die Tiefe mußt Du steigen,
soll sich Dir das Wesen zeigen.
Nur Beharrung führt zum Ziel,
nur die Fülle führt zur Klarheit,
und im Abgrund wohnt die Wahrheit.

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